1. Lerne die Kriechtiere kennen

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Das kostenlose hochauflösende Foto von Reptil, Krokodilie, Krokodil, Auge, Nilkrokodil, Nahansicht, Organ, Alligator, Tierwelt, Mund, Makrofotografie  @Egor Kamelev, genommen mit einem unbekannte Kamera 12/28 2018
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Urheber: Egor Kamelev

https://pxhere.com/de/photo/1514619

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Das Auge eines Krokodils: Dieser Blick ist Millionen Jahre alt. 

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Kriechtiere leben schon seit mehr als 300 Millionen Jahren auf unserer Erde, also viel länger als wir Menschen. Was macht sie so erfolgreich? Lass uns die Kriechtiere und ihre besonderen Fähigkeiten kennenlernen. 

1.1 Was sind Kriechtiere?

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Kriechtiere nennt man auch Reptilien. Zu ihnen gehören die Echsen, Schlangen, Schildkröten und Krokodile. Auch die Dinosaurier waren Reptilien.

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Ein Waran
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Urheber: Spikercs

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Goulds_Sand_Goanna_SW_WA.jpg

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Ein Dinosaurier? Nein, aber offensichtlich ein Verwandter, dieser Waran.

Kriechtiere sind vielfältig

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Kriechtiere können ganz unterschiedlich aussehen. Sie haben sich an verschiedenste Lebensräume angepasst. Von links oben nach rechts unten: Krokodil, Baumschlange, Chamäleon, Flugsaurier (Pteranodon), Meeresschildkröte.
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ErschlieĂźungsfelder

Vielfalt und Angepasstheit

Im Biologie-Unterricht begegnen dir immer wieder bestimmte biologische Prinzipien, die sogenannten ErschlieĂźungsfelder.

Das biologische Prinzip der Vielfalt besagt: Lebewesen einer Art haben gemeinsame Hauptmerkmale. Dadurch unterscheiden sie sich von anderen Arten. In einzelnen Merkmalen können sie sich jedoch auch untereinander unterscheiden.

Das biologische Prinzip der Angepasstheit besagt: Lebewesen besitzen Merkmale, die ihnen das Leben in ihrem Lebensraum ermöglichen.

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Heutige Kriechtiere leben auf dem Land oder im Wasser. Zu Zeiten der Saurier gab es sogar Kriechtiere, die fliegen konnten. Sie hatten Flughäute an ihren langen Armknochen.

Woran erkennst du Kriechtiere?

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GrĂĽner Leguan
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Ordne den Kriechtieren die richtigen Merkmale zu.

Warum heiĂźen Kriechtiere eigentlich Kriechtiere?

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Schau dir an, wie Kriechtiere gebaut sind und wie sie sich bewegen. Dann kannst du diese Frage beantworten. 

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Eine bunte Eidechse liegt flach auf einem Stein
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Urheber: Lourdes Castro

Unsplash

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Eine Echse (Siedleragame) beim Sonnenbad.

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Aufgabe

Sieh dir das Bild von der Echse an.

  • Beschreibe die Haltung ihrer Beine.
  • Beschreibe die Position ihres Körpers.
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Video

Wie 'kriechen' Eidechsen?

Aufgabe – Fortbewegung von Eidechsen

Über diesen Link findest du das Video "Der Salamander ist keine Eidechse" in der ARD-Mediathek. Schau dir das Video bis Minute 7:33 an. Achte besonders auf die Stellen, an denen man sieht, wie eine Eidechse sich bewegt.

  1. Beschreibe die Bewegung der Eidechsenbeine.
    Achte besonders darauf, welche Beine die Echse gleichzeitig bewegt.
  2. Beschreibe die Bewegung des EidechsenrĂĽckens.
  3. Schlussfolgere aus deinen Beobachtungen auf die Bewegung der Wirbelsäule.
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Das Skelett einer Schlange
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Urheber: Ludovic Charlet

Pixabay

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Das Skelett einer Schlange: Schädelknochen, Wirbel und Rippen.

Schlangen bewegen sich anders fort als Kriechtiere mit Beinen. Sie liegen mit den Rippen direkt auf dem Boden.

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Video

Schlangenbewegung

Aufgabe – Fortbewegung von Schlangen

  1. Über diesen Link findest du einen kurzen Nachrichtenbeitrag über Kreuzottern in der ARD-Mediathek. Sieh dir das Video an und achte vor allem auf die Szenen, in denen die Bewegung der Kreuzottern gezeigt wird.
  2. Nenne GrĂĽnde dafĂĽr, dass Reptilien als Kriechtiere bezeichnet werden.
    Nutze dafür dein Wissen über den Körperbau und die Fortbewegung der Echsen und Schlangen.
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Hintergrund

Kriechende Flugsaurier?

Am Anfang des Kapitels hast du die Vielfalt der Kriechtiere kennengelernt. Jetzt fragst du vielleicht: Warum gehörte der Flugsaurier zu den Kriechtieren? Ist er etwa auch gekrochen? Du hast recht so zu fragen!

Als der Mensch die Kriechtiere kennengelernt und benannt hat, waren die Flugsaurier schon ausgestorben. Die Menschen kannten sie also gar nicht, als sie die Bezeichnung "Kriechtiere" ausgewählt haben.
Erst später hat man Überreste von Flugsauriern gefunden und festgestellt, dass sie auch zu den Reptilien gehörten. Darum hat man sie nachträglich zu den Kriechtieren hinzugezählt – obwohl sie flogen, anstatt zu kriechen. 

Wo auf der Welt leben Kriechtiere?

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Kriechtiere leben auf allen Kontinenten, auĂźer in der Antarktis. Bei uns in Deutschland gibt es mehr als ein Dutzend Arten von Kriechtieren.

Heimische Kriechtiere

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Zauneidechsenweibchen und -männchen
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Urheber: Hans Benn

Pixabay

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Zauneidechsen sind braun mit dunklen Flecken. Zur Paarungszeit färben die Seiten der Männchen sich grün.

Kreuzotter
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Urheber: Illuvis

Pixabay

PD

Die Kreuzotter erkennst du an einem Zickzack-Muster auf dem RĂĽcken. Vorsicht: Der Biss von Kreuzottern ist giftig!

Europäische Sumpfschildkröte auf einem Buamstamm
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Urheber: onkelramirez1

Pixabay

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Die europäische Sumpfschildkröte ist braun mit kleinen, hellen Punkten auf dem Panzer und am Körper. Sie ist die einzige heimische Schildkröte bei uns und vom Aussterben bedroht.

Ringelnatter
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Urheber: Trixpaule

Pixabay

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Die Ringelnatter hat am Hinterkopf zwei gelbe Flecken. Sie sehen aus wie Halbmonde.

Waldeidechse
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Urheber: Maseltov

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zootoca-vivipara-by-Maseltov-1.jpg

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Die Waldeidechse hat seitlich einen braunen Streifen. Sie wird in Norddeutschland auch Mooreidechse genannt. Im SĂĽden heiĂźt sie Bergeidechse.

Blindschleiche auf Asphalt
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Urheber: ivabalk

Pixabay

PD

Die Blindschleiche erkennst du an ihrem metallischen Glanz. Sie ist etwas Besonderes.

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Aufgabe

Sieh dir die Galerie "Heimische Kriechtiere" an. Auf dem letzten Bild siehst du eine Blindschleiche. Sie ist etwas Besonderes.

  • Suche im Internet Informationen ĂĽber die Blindschleiche beim Deutschen Naturschutzbund. Der Methodenkasten "Internetrecherche" hilft dir dabei. Verwende den Suchbegriff "Blindschleiche NABU".
  • Erläutere die Besonderheit der Blindschleiche.
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Methode

Internetrecherche

  1. Wenn du im Internet etwas suchen möchtest, musst du zuerst einen Browser öffnen. Das ist ein Programm, mit dem man ins Internet gehen kann. Bekannte Browser sind z. B. Internet Explorer, Firefox, Google Chrome oder Safari.
  2. Das Internet ist riesig. Darum verwendet man Suchmaschinen, um hier etwas zu finden. 
    Die bekannteste und größte Suchmaschine ist Google. Suchmaschinen wie Ixquick oder Duckduckgo haben aber den Vorteil, dass sie keine Daten von dir speichern und weiterverkaufen, wie Google es macht.
  3. Bei einer Suchmaschine kannst du einen Suchbegriff eingeben. Du erhältst als Suchergebnis eine Liste mit Internetseiten, auf denen dieser
    Suchbegriff auftaucht.
    Damit diese Liste nicht zu lang und unübersichtlich wird, solltest du deine Suchbegriffe genau auswählen.

    Wenn du dich z. B. beim Deutschen Naturschutzbund NABU über die Blindschleiche informieren möchtest, eignet sich als Suchbegriff "Blindschleiche NABU".
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Zusatzaufgabe

  1. Wähle ein heimisches Kriechtier aus, das dich besonders interessiert.
  2. Recherchiere im Internet zu diesem Tier.
  3. Stelle die Informationen zu dem Tier auf einem Poster zusammen. 
  4. Fotografiere dein Poster und lade das Bild hier hoch.
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1.2 Kriechtiere sind ĂśberlebenskĂĽnstler

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Reptilien sind Meister im Energiesparen. Säugetiere benötigen viel Energie, um ihre Körpertemperatur immer gleich zu erhalten. Reptilien hingegen sind wechselwarme Tiere: Sie lassen sich von außen wärmen oder kühlen. Je nach Bedarf suchen sie dafür einfach warme oder kühle Plätze auf. Weil das wenig Energie kostet, müssen sie auch weniger fressen als Säugetiere.

Während der Kältestarre im Winter verbrauchen sie besonders wenig Energie. Allerdings benötigen sie Wärme, um sich überhaupt bewegen zu können.

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Durch ihre schuppige Haut sind Reptilien vor Austrocknung geschĂĽtzt. Sie sind nicht auf Hautatmung angewiesen, wie etwa die Amphibien. Als Trockenlufttiere atmen sie stattdessen mit stark gekammerten Lungen.

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Abgestreifte Schlangenhaut
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Urheber: Frauke Feind

Pixabay

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Wenn die Reptilien größer werden, wachsen ihre Hornschuppen allerdings nicht mit. Darum müssen Echsen und Schlangen sich immer wieder häuten, wenn sie wachsen.

Eine abgestreifte Schlangenhaut

Ein Chamäleon häutet sich
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Urheber: Anrita1705

Pixabay

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Wenn die Reptilien größer werden, wachsen ihre Hornschuppen allerdings nicht mit. Darum müssen Echsen und Schlangen sich immer wieder häuten, wenn sie wachsen.

Ein Chamäleon häutet sich

Außerdem legen Reptilien ihre Eier an Land ab. So konnten sie – anders als die Amphibien – auch sehr warme und trockene Lebensräume erobern.

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Eidechsen und Blindschleichen haben einen besonderen Trick, um ihr Leben zu schützen: Wenn ein Fressfeind sie am Schwanz packt, werfen sie ihn einfach ab. So können sie fliehen, während der Feind mit dem zuckenden Schwanzende beschäftigt ist.

Zauneidechse ohne Schwanz
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Urheber: Mandes Rupp

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eidechse_schwanzlos_2016%2807%29.jpg

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Bei Gefahr wird der Schwanz geopfert. 

Diese Zauneidechse hat ihren Schwanz abgeworfen. Er wächst wieder nach.

Blindschleiche ohne Schwanz
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Urheber: James Lindsey at Ecology of Commanster

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anguis.fragilis.jpg

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Bei Gefahr wird der Schwanz geopfert. 

Blindschleiche ohne Schwanz

3. So leben Kriechtiere bei uns

Beispiel: Die Zauneidechse

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Die Erkundung zeigt dir, wie Eidechsen bei uns das Jahr verbringen. 

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Das Eidechsenjahr
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Aufgabe

Die junge Eidechse

Aufgabe

  1. Sieh dir das Bild der jungen Eidechse an.
  2. Beurteile, ob bei Eidechsen auf dem Weg vom Jungtier zum erwachsenen Tier eine Metamorphose erfolgt.
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Urheber: Unbekannt

https://pxhere.com/en/photo/1382464

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Eine junge Eidechse
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Wie alle Lebewesen sind Eidechsen Teil einer Nahrungskette. Eidechsen fressen kleinere Tiere. Sie selbst wiederum dienen größeren Tieren als Nahrung.

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Vögel, Schlangen und größere Säugetiere wie der Fuchs sind die Feinde der Eidechse. Eidechsen fressen kleinere Tiere wie Spinnen, Regenwürmer, Insekten und Insektenraupen. Raupen fressen Blätter.
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Du hast jetzt viel über die Lebensweise der Eidechsen und ihre Bedürfnisse erfahren. Daraus kannst du ableiten, wie ihr Lebensraum beschaffen sein muss. Typische Lebensräume der Zauneidechse sind heute Trockenmauern, Bahndämme, Kiesgruben, Steinbrüche, Feldränder und Lichtungen im Wald.

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Aufgabe

Nutze dein Wissen über die Lebensweise der Eidechsen, um den Text zu vervollständigen. 

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Wie es um den Lebensraum der Kriechtiere bestellt ist, wenn der Mensch darin eingreift, erfährst du im nächsten Kapitel.