2. Afrika ist nicht gleich Afrika

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2. Afrika ist nicht gleich Afrika

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Klicke auf die drei verschiedenen afrikanischen LĂ€nder, um mehr ĂŒber sie herauszufinden.

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Aufgabe

Ordne die Informationen den richtigen LĂ€ndern zu.

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Aufgabe: Eine Mindmap gestalten

Je nachdem, ob du mit MitschĂŒlerinnen und MitschĂŒlern oder alleine arbeitest, gibt es zwei Möglichkeiten, die folgende Aufgabe zu erledigen. WĂ€hle eine davon aus! 

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Einzelarbeit Partner-/ Gruppenarbeit
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Arrc

So baust du deine Mindmap auf. 

Nimm dein Heft oder ein Blatt Papier zur Hand und nutze es zur Bearbeitung der nÀchsten drei Elemente. 

Erstelle eine Mindmap zu den drei LĂ€ndern (Eritrea, Uganda und SĂŒdafrika) und gruppiere die wichtigsten Informationen unter folgenden Oberpunkten: 

  • LebensrĂ€ume/Landschaften 
  • kulturelle Vielfalt und Alltag der Menschen 
  • geschichtliche HintergrĂŒnde und aktueller Stand

Die Informationen aus deiner Mindmap werden dir spÀter weiterhelfen!

Variante: Eine digitale Mindmap erstellen

Du kannst deine Mindmap auch digital erstellen. Nutze dafĂŒr z.B. den Teammapper von kits.blog. Wenn du die Mindmap fertiggestellt hast, speichere sie als Bild oder PDF fĂŒr deine Unterlagen.

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© Digitale Lernwelten GmbH

Arrc

So legt ihr eure Mindmap an.

Bildet Gruppen von drei Personen. Nehmt euer Heft oder ein Blatt Papier zur Hand und nutzt es zur Bearbeitung der nÀchsten drei Elemente.

Jede Person erstellt eine Mindmap zu einem der drei LĂ€nder (Eritrea, Uganda und SĂŒdafrika). Dabei gruppiert ihr die wichtigsten Informationen unter folgenden Oberpunkten:

  • LebensrĂ€ume/Landschaften
  • kulturelle Vielfalt und Alltag der Menschen
  • geschichtliche HintergrĂŒnde und aktueller Stand

Wenn die Gruppenarbeitsphase abgeschlossen ist, prĂ€sentiert ihr einander eure Ergebnisse und ĂŒbernehmt die Information der anderen LĂ€nder auch in eure Mindmaps. Legt eure Mindmap daher so an, wie im Bild gezeigt.

Die Informationen aus eurer finalen Mindmap werden euch spÀter weiterhelfen! 

Variante: Eine digitale Mindmap erstellen

Ihr könnt eure Mindmap auch digital und kollaborativ erstellen. Nutzt dafĂŒr den Teammapper von kits.blog: Eine Person legt die Mindmap dort an und teilt dann den Link mit den Gruppenmitgliedern. Wenn ihr die Gruppenarbeit abgeschlossen habt, speichert die Mindmap als Bild oder PDF fĂŒr eure Unterlagen.

Einzelarbeit Partner-/ Gruppenarbeit

Suche dir am besten eine geeignete Karte im Atlas oder eine Onlinekarte und verschaffe dir einen Überblick ĂŒber die Topographie, die Lage der StĂ€dte und die Verkehrswege, bevor du dir die LĂ€nder genauer anschaust.

Eritrea

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Urheber: Digitale Lernwelten GmbH erstellt mit Canva

https://pixabay.com/de/photos/norden-eritrea-landschaft-szenisch-194478/

Pixabay.com - Lizenz

Eritrea, einst Teil Äthiopiens, ist seit 1993 ein unabhĂ€ngiger Staat. Vorher erlebte es einen 30-jĂ€hrigen UnabhĂ€ngigkeitskrieg, der viele Opfer forderte. WĂ€hrend dieser Zeit suchten viele Eritreer Zuflucht in anderen LĂ€ndern. Die Geschichte des Landes reicht von Nomadenvölkern bis zu europĂ€ischen KolonialmĂ€chten, deren EinflĂŒsse noch heute sichtbar sind. In den folgenden Tabs erfĂ€hrst du mehr ĂŒber das spannende Land Eritrea. 

LebensrÀume und Landschaften

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https://pixabay.com/de/photos/eritrea-berge-senke-landschaft-114822/

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Berglandschaft
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Urheber: John Beso

https://en.wikipedia.org/wiki/Eritrea#/media/File:Eri_landscape.jpg

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Landschaft NĂ€he Massawa
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https://commons.m.wikimedia.org/wiki/File:The_23d_ICSOE_Conference_for_East_Africa_in_Asmara,_Eritrea_2019.png

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ICSOE: Conference for East Africa in Asmara
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https://commons.m.wikimedia.org/wiki/File:Asmara,_cattedrale_cattolica,_06.JPG

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Kirche in Asmara
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https://pixabay.com/de/photos/norden-eritrea-landschaft-szenisch-194478/

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Trockensavanne
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Urheber: Rolf Cosar

https://de.wikipedia.org/wiki/Danakil-Somalia#/media/Datei:Danakil_726.jpg

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Danakil-WĂŒste

Eritrea liegt im Nordosten Afrikas und grenzt im Osten an das Rote Meer. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass daher auch sein Name stammt, denn Eritrea kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Rotes Meer“. Die NachbarlĂ€nder sind Sudan, Äthiopien und Dschibuti.

Die Landschaften Eritreas sind ganz unterschiedlich. Da gibt es einmal das zentrale Hochland. Das vorherrschende gemĂ€ĂŸigte Klima trĂ€gt dazu bei, dass die Landschaft von grĂŒnem Bergland und sanften HĂŒgelketten geprĂ€gt ist.

Ganz anders sieht es an der KĂŒste aus. Eritrea besitzt eine ca. 1000 km lange KĂŒstenlinie, die vor allem von Trockensavannen geprĂ€gt ist. Hier ist es schon ziemlich heiß im Vergleich zum gemĂ€ĂŸigten Klima in der Hochebene. Vor der KĂŒste gelagert liegen noch einige Inseln, die ebenfalls zu Eritrea gehören. 

Doch noch heißer wird es in der Danakil-WĂŒste, welche sich an der KĂŒste des Roten Meeres von Eritrea bis nach Dschibuti und Äthiopien erstreckt. Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 35,6° Celsius ist sie einer der heißesten Orte der Welt und auch eines der lebensfeindlichsten Gebiete der Welt.

Kulturelle Vielfalt und Alltag der Menschen

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Urheber: David Stanley

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Halbnomadisches Leben
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https://cdn.pixabay.com/photo/2017/06/01/12/26/africa-2363380_1280.jpg

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Kuhhirten
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Kochen
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Urheber: John Beso

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Die Hauptstadt Asmara
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https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/36/Solar_traffic_light_Asmara%2C_Eritrea.jpg

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Solarampel in Asmara

In Asmara, der Hauptstadt, und in den KĂŒstenregionen gleicht das Leben der Menschen in einigen Bereichen dem westlichen Lebensstil. Hier ist der Lebensalltag weniger von ursprĂŒnglichen Lebensweisen geprĂ€gt. 

Außerhalb der StĂ€dte ist das Leben allerdings noch sehr traditionell. Im bergigen Landesinneren mit seinem gemĂ€ĂŸigten Klima betreiben sesshafte Landwirte kleinteilig Ackerbau und Viehzucht, es entstanden im Kontrast dazu aber auch grĂ¶ĂŸere IndustrieflĂ€chen. In den trockeneren KĂŒstengebieten Eritreas leben heute die meisten Menschen als Fischer, Bauern oder Halbnomaden. Wasser bekommen die Menschen in dieser Region durch FlĂŒsse, die mal mehr, mal weniger Wasser aus dem Hochland zum Meer transportieren. Als nomadisch bezeichnet man einen Lebensstil, bei dem traditionell vor allem MĂ€nner mit dem Vieh, meistens Ziegen und Kamele, zu den WeideflĂ€chen ziehen, wĂ€hrend die Frauen und Kinder im Dorf zurĂŒckbleiben und dort Landwirtschaft betreiben und sich um die Erziehung der Kinder kĂŒmmern. 

Die Familie hat in Eritrea einen sehr hohen Stellenwert. Auch heute noch gilt Kinderreichtum als die wichtigste Altersvorsorge. Es wird erwartet, dass sich die Kinder um die Eltern und gegebenenfalls andere Ă€ltere Verwandte kĂŒmmern. MĂ€dchen werden deshalb frĂŒh verheiratet – meist im Alter zwischen 15 und 19 Jahren. 

Es gibt neun grĂ¶ĂŸere ethnische Gruppen in Eritrea. Mehr als die HĂ€lfte der Menschen gehört den Tigrinya an. Viele von ihnen, gerade jene, die auf dem Land leben, halten an ihrer ursprĂŒnglichen Lebensweise fest, die von Landwirtschaft und Viehzucht bestimmt wird.

Im Allgemeinen ist das Leben der Menschen in Eritrea von Religion und Tradition bestimmt. Zu ungefÀhr gleichen Teilen gehört die Bevölkerung dem Christentum und dem Islam an. Spannungen kommen hier zwar auch mal vor, aber generell sind die Eritreer in Bezug auf Religion eher tolerant.

Geschichtliche HintergrĂŒnde und aktueller Stand

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https://de.wikipedia.org/wiki/Wettlauf_um_Afrika#/media/Datei:Afrika_Karte_1914.svg

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Kolonien Afrikas (1914)
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https://pixabay.com/de/photos/eritrea-landschaft-junge-esel-zug-92055/

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Eisenbahn in Eritrea
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Urheber: Sailko

https://en.wikipedia.org/wiki/Fiat_Tagliero_Building#/media/File:Fiat_tagliero,_08.JPG

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Fiat GebÀude

Erst seit 1993 ist Eritrea ein eigenstĂ€ndiger Staat. Davor gehörte es seit 1952 zu Äthiopien. Damals waren die Menschen in Eritrea nicht damit zufrieden, wie die AnfĂŒhrer Äthiopiens ihr Land regierten, weshalb es in den 1970er-Jahren zu einem UnabhĂ€ngigkeitskrieg kam. Dieser hielt um die 30 Jahre an und forderte große Opfer. Die Zeit des Krieges war fĂŒr die Menschen schrecklich und viele entschlossen sich dazu, ihre geliebte Heimat zu verlassen, entweder um ihrer selbst willen oder um ihren Kindern eine bessere Zukunft geben zu können.
Wusstest du, dass in den 30 Jahren dieses Krieges ĂŒber 30.000 Eritreer nach Deutschland gekommen sind, um Zuflucht zu suchen? Bis heute ist Deutschland damit eines der grĂ¶ĂŸten Exile eritreischer Menschen in ganz Europa.

Aber wie sah es davor in Eritrea aus? Die allerersten Menschen in Eritrea waren Nomadenvölker. Sie lebten von Viehzucht und Landwirtschaft und zogen dorthin, wo dies möglich war. 

Ab 900 vor Christus hatten unterschiedliche MÀchte Einfluss auf das Gebiet des heutigen Eritreas, z.B.:

  • arabische Einwanderer
  • König Aksum (um 200 n. Chr.; EinfĂŒhrung des Christentums)
  • die Osmanen (16. Jahrhundert)
  • EuropĂ€er (19. Jahrhundert): Eritrea wurde 1881 zur italienischen Kolonie

Die Kolonialzeit prĂ€gte das Land nachhaltig. Neben der Bergung wertvoller BodenschĂ€tze nutzte Italien das Land auch, um MilitĂ€rstĂŒtzpunkte zu errichten. Gerade die KĂŒstenregionen und die Hauptstadt Asmara wurden immer mehr umgestaltet: Theater, prunkvolle GebĂ€ude, LuxusgeschĂ€fte und so weiter. Wie es damals in vielen afrikanischen Kolonien ĂŒblich war, wurde auch ein Eisenbahnnetz errichtet. Sogar heute findet man noch Zeugen dieser Zeit, wie z. B. das Fiat-Tagliero-GebĂ€ude oder das Eisenbahnnetz.

Als der Zweite Weltkrieg vorbei war, verlor Italien jedoch seine Herrschaft und musste, wie auch die anderen europĂ€ischen KolonialmĂ€chte, den RĂŒckzug antreten. Kurz war Eritrea dann unter britischer Herrschaft, doch 1952 wurde es Äthiopien angegliedert. ZunĂ€chst als Teil einer Föderation, ab 1962 dann jedoch als unselbststĂ€ndiger Teil Äthiopiens.

Aufgrund der bewegten Geschichte hat es Eritrea bis heute nicht so richtig geschafft, politische und wirtschaftliche StabilitĂ€t in das Land zu bringen. Auch heute leben noch fast 50 % der Menschen dort unter der von der UN definierten Armutsgrenze. Das heißt, diese Menschen leben von weniger als 1,80 € am Tag. Im Vergleich zu einem WesteuropĂ€er verdient ein Mensch in Eritrea 100-mal weniger. Auch heute noch leben viele Eritreer von Landwirtschaft und Fischfang. Viele Kinder in Familien, die auf dem Land leben, haben es sehr weit bis zur nĂ€chsten Schule und mĂŒssen oft viele Kilometer zur Schule laufen. Fast 30 % besuchen sie deshalb nicht und helfen stattdessen zu Hause mit. Dabei handelt es sich vor allem um MĂ€dchen in traditionell geprĂ€gten Regionen. 

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Uganda

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https://pixabay.com/de/photos/fort-portal-rwenzori-berg-kratersee-2138189/

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Uganda, im Herzen Afrikas gelegen, besteht aus einer bunt gemischten Bevölkerung, mit ĂŒber 40 verschiedenen Volksgruppen und einer breiten religiösen Vielfalt. WĂ€hrend ĂŒber 80 % der Menschen auf dem Land leben, wĂ€chst die Hauptstadt Kampala schnell und bietet mehr Jobs und Bildungsmöglichkeiten. Finde in den nĂ€chsten Tabs mehr ĂŒber das interessante Land heraus.

LebensrÀume und Landschaften

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https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/36/Murchison_Falls%2C_Nile_River%2C_Uganda_%2815931217098%29.jpg

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Murchison Falls
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Schwarzer Gorilla
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https://pixabay.com/de/vectors/uganda-flagge-nationalflagge-nation-162449/

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Nationalflagge
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Urheber: Manuel Werner

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kazingafisher.jpg

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Fischer am Kazinga-Kanal, nahe dem Edward-See
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Hauptgipfel der Ruwenzori-Kette (Stanley Berge, Mt. Baker, Mt. Speke, Mt. Gessi)
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Urheber: Manuel Werner

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Ruwenpflanzen.jpg#/media/Datei:Ruwenpflanzen.jpg

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Pflanzenwelt im Ruwenzori-Gebirge
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Urheber: Michael Shade

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Africa_Lake_Victoria_10_006.jpg

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Lake Viktoria aus Sicht der KĂŒste in Kampala, Uganda

Uganda beeindruckt mit schneebedeckten Bergen, vielen Seen und malerischen WĂ€ldern. Das Land ist ein sogenanntes „Binnenland“ – es grenzt an kein Meer. Umgeben ist es von Tansania, Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo, SĂŒdsudan und Kenia. Trotz fehlendem direkten Zugang zum Meer verfĂŒgt Uganda aufgrund zahlreicher FlĂŒsse und Seen ĂŒber viel Wasser - kostbares SĂŒĂŸwasser! Im SĂŒdosten grenzt es an den zweitgrĂ¶ĂŸten See der Erde, den Victoriasee. Mit um die 68.000 kmÂČ ist er in etwa so groß wie Bayern – gigantisch. Alle Seen zusammen nehmen etwa 15 % der LandesflĂ€che ein.

Uganda liegt grĂ¶ĂŸtenteils auf dem zentralafrikanischen Plateau, wodurch das Klima nicht typisch tropisch ist, sondern eher dem gemĂ€ĂŸigten Klima von Mitteleuropa gleicht.

Der nördliche Teil des Landes zeichnet sich durch flache und trockene Gebiete aus. Dort sind die vorherrschenden Vegetationsformen Savannen und Dornbuschlandschaften. Aufgrund der ariden Böden ist der Ackerbau schwierig, weshalb die meisten Bewohner ihren Lebensunterhalt mit Viehzucht bestreiten.

Je weiter man in den SĂŒden geht, umso feuchter wird das Klima. Uganda ist eines der afrikanischen LĂ€nder, in dem die Savanne in den Regenwald ĂŒbergeht. Hier herrscht eine ĂŒberwĂ€ltigende Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt.

Im Westen prĂ€gt der zentralafrikanische Grabenbruch Uganda. In dieser Region wechseln sich tiefe TĂ€ler mit steilen Vulkanen ab. Aufgrund der vulkanischen AktivitĂ€t, wurden nĂ€hrstoffreiche Gesteinsmassen an die ErdoberflĂ€che gefördert. Die Böden sind fruchtbar und es konnte sich im Vergleich zum Osten des Landes eine vielfĂ€ltige Vegetation entwickeln. Gerade hier ist auch die Landwirtschaft ertragreich. Die hochaufragenden, schneebedeckten Berge bilden einen starken Kontrast. Dieses Gebirge steht unter Naturschutz und ist ein RĂŒckzugsort fĂŒr viele Tiere, wie zum Beispiel dem Berggorilla.

Diese große Vielfalt zieht immer mehr Menschen nach Uganda. Deshalb wĂ€chst in diesem Land die Tourismusbranche stark.

Wirtschaft, kulturelle Vielfalt und Alltag der Menschen

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Klassenzimmer
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Die Hauptstadt Kampala
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Urheber: Alliance of Bioversity International and CIAT

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Bohnenfelder in Kisolo, Uganda
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Urheber: Isabelle Prondzynski

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Wallfahrtskirche von Namugongo
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Urheber: ctsnow's

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Ugandische Moschee

Um die 70 % der Menschen in Uganda arbeiten in der Landwirtschaft. Viele von ihnen betreiben Landwirtschaft vor allem, um sich selbst zu versorgen. Sie nutzen traditionelle Anbau- und Erntemethoden und bauen meist nur das an, was sie auch selbst zum Leben benötigen. Aber es gibt auch auf Export ausgelegte Landwirtschaft. Neben Tee, Baumwolle, Kakao, Bohnen, Bananen, Tabak und Vanille ist Kaffee eines der wichtigsten Produkte, das ins Ausland verkauft wird. Auch Ölpalmen werden hier angebaut, doch fĂŒr große Plantagen wird natĂŒrlicher Wald gerodet. Das schĂ€digt das vielfĂ€ltige Waldökosystem, seine Böden und den Wasserhaushalt nachhaltig. Wirtschaftlich profitieren dabei kurzfristig wenige Plantagenbesitzer, doch sogenannte Monokulturen, also Plantagen mit nur einer bestimmten Pflanzenart, sind ökologisch auf Dauer nicht tragfĂ€hig.

So vielfĂ€ltig wie die Natur sind auch die Menschen in Uganda. Es gibt ĂŒber 40 Volksgruppen, die teilweise ganz unterschiedliche Traditionen haben. Die grĂ¶ĂŸte Volksgruppe sind die Bantuvölker. Ihr gehören ca. 60 % der Bevölkerung an. An den SiedlungsrĂ€umen der Völker erkennt man auch, dass heutige LĂ€ndergrenzen viel spĂ€ter gezogen wurden. Denn im Norden des Landes findet man z. B. die Niloten, die zu den sudanesischen Völkern gehören. Sie sind die andere große Bevölkerungsgruppe in Uganda. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn im Norden grenzt der SĂŒdsudan an Uganda.

Wie so ein typischer Alltag in Uganda aussieht, hĂ€ngt entscheidend davon ab, ob man auf dem Land oder in der Stadt lebt. Über 80 % der Leute leben in lĂ€ndlichen Regionen, doch die StĂ€dte – vor allem die Hauptstadt Kampala – wachsen schnell. Hier gibt es meist mehr Jobs und auch mehr Bildungsmöglichkeiten als auf dem Land.

Auf dieser Seite findest du ein Video, das zeigt, wie divers das Leben in Uganda sein kann.

Neben unterschiedlichen Traditionen gibt es auch verschiedene Religionen in Uganda. Die Mehrheit der Menschen sind Christen, aber es gibt auch Muslime, Sikhs, Hindus und alte Naturreligionen.

Generell ist Uganda mit einem Altersdurchschnitt von etwa 16 Jahren (2022) ein sehr junges Land. Das liegt daran, dass hier eine Frau im Durchschnitt 4,7 Kinder hat. Die meisten Kinder wachsen also mit 3 oder 4 Geschwistern auf. 

Geschichtliche HintergrĂŒnde und aktueller Stand

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Briten in Uganda
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Kolonien in Afrika (1914)
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Bahn in Uganda
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Urheber: Russell Watkins

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PrÀsident Museveni

Wie viele andere afrikanische LÀnder hat auch Uganda eine bewegte Vergangenheit, die von Kolonialismus und dem Kampf um die UnabhÀngigkeit geprÀgt ist.

Bevor jedoch fremde MĂ€chte versuchten, die Herrschaft in Uganda an sich zu reißen, lebten hier viele unterschiedliche Völker. Das grĂ¶ĂŸte unter ihnen, die Baganda, lebten in einem Gebiet zwischen Kafu und dem Victoriasee. Im 15. Jahrhundert gab es dort vier Königreiche, wovon Buganda das bedeutendste war. Aus dem Namen des Königreichs leitet sich nicht nur der Stammesname ab, sondern auch der heutige Name des Landes.

Ende des 19. Jahrhunderts lieferten sich Großbritannien und Deutschland einen Wettstreit um Uganda, den Großbritannien letztendlich gewann. Das Land wurde Teil von „Britisch-Ostafrika“ und hatte nur wenig Mitspracherecht. Die Briten brachten einerseits Fortschritt, z. B. durch das Errichten eines Eisenbahnnetzes, andererseits beuteten sie das Land auch aus, indem sie Baumwolle und Kaffee exportierten oder es als Ausflugsziel zum Jagen nutzten. Zudem behandelten sie die verschiedenen Völker Ugandas unterschiedlich, wodurch viel Unruhe und Streit entstand.

Obwohl es untereinander Streit gab, organisierten sich Anfang des 20. Jahrhunderts viele der Einheimischen und wehrten sich gegen die Fremdherrschaft. Es dauerte jedoch bis 1962, um eine UnabhÀngigkeit zu erreichen. Doch Frieden wollte nicht einkehren.

ZunÀchst war der ehemalige König das Staatsoberhaupt. Dieser wurde jedoch schon 1971 von Idi Amin abgelöst. Er errichtete eine MilitÀrdiktatur, in der die Menschen wieder nicht viel zu sagen hatten. Die KÀmpfe um Freiheit hörten nicht auf. SpÀter wurde der alte PrÀsident wieder eingesetzt, doch auch diese Phase hielt nicht lange an.

Seit 1986 hat Uganda Yoweri Kaguta Museveni als PrĂ€sidenten. Er regiert als „Autokrat“, was bedeutet, dass er nicht demokratisch gewĂ€hlt wurde, wie wir hier in Deutschland wĂ€hlen. Auch 2021 nicht, als die letzten Wahlen stattgefunden haben. Das Volk darf zwar wĂ€hlen, hat aber nicht wirklich eine Auswahl. Leider fĂŒhrt das auch dazu, dass noch immer nicht alle Bevölkerungsgruppen gerecht vertreten sind. 

Dennoch gilt Uganda als einigermaßen stabil und sicher, wovon auch die Wirtschaft, gerade die Tourismusbranche, profitiert.

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SĂŒdafrika

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SĂŒdafrika, das sĂŒdlichste Land Afrikas, besticht durch seine abwechslungsreiche Landschaft. Von der trockenen Kalahari-WĂŒste bis zu den blĂŒhenden Namaqualand-Regionen gibt es viel zu entdecken. Klicke dich in den nĂ€chsten Tabs durch die faszinierende Welt der Drakensberge, die möglicherweise als Inspiration fĂŒr „Herr der Ringe“ dienten.

LebensrÀume und Landschaften

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Eine Antilope in der Kalahari
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Drakensberge
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Namaqualand
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Tafelberge
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Kapstadt
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Brillenpinguine

Die Landschaft SĂŒdafrikas ist auch unglaublich vielfĂ€ltig. Von WĂŒsten ĂŒber Savannen bis zum Regenwald sind alle Vegetationszonen von den trockenen zu den gemĂ€ĂŸigten Zonen ĂŒber mediterrane Klimate zu den Subtropen bis hin zu den Tropen vertreten. Aber auch Hochplateaus, Gebirge, TĂ€ler und lang gezogene KĂŒstenabschnitte machen den Charme dieses Landes aus.

Die Kalahari, im Nordwesten des Landes, ist als HalbwĂŒste das trockenste Gebiet. Hier finden sich nur vereinzelt kleine BĂ€ume und verschiedene dickhalmige GrĂ€ser und hitzeresistente BĂŒsche. Trotz des wenigen Wassers gibt es zahlreiche Tierarten. Eine davon ist die seltene Oryxantilope, die typisch fĂŒr SĂŒdafrika ist. Aber auch Menschen leben in dieser lebensfeindlichen Gegend. Die San, so heißen die Menschen, sind ein traditionelles Volk, das vor allem von der Jagd lebt und teilweise auch noch einen nomadischen Lebensstil fĂŒhrt.

Ganz im Westen liegt das bekannte Namaqualand, auch „der BlĂŒtengarten“ genannt. Die Vegetation hier findet sich kaum anderswo. Der erste Regen nach der Trockenzeit bringt gegen Ende August die Region zum BlĂŒhen. So entsteht aus einer trockenen WĂŒstenlandschaft innerhalb kĂŒrzester Zeit eine wahre BlĂŒtenpracht.

Im Osten wird die Landschaft von einem halbringförmigen Gebirge dominiert. Am bekanntesten sind die Drakensberge. Mit ihren einerseits steilen, hochaufragenden FelswĂ€nden und andererseits sanft gewellten Ebenen bietet das GelĂ€nde viel Abwechslung. Das hat auch dem Schriftsteller J. R. Tolkien gefallen, der die Drakensberge vermutlich als Inspiration fĂŒr Mittelerde in seiner Trilogie „Herr der Ringe“ genommen hat. Das milde Klima sorgt fĂŒr eine vielfĂ€ltige und einzigartige Tier- und Pflanzenwelt und begĂŒnstigt die Landwirtschaft. Hier im Osten haben die meisten FlĂŒsse des Landes ihren Ursprung. 

Das sĂŒdafrikanische Tafelland, auch Highveld genannt, ist eine Hochebene, die zwischen 900 und 2000 Meter hoch liegt. Sie bildet das Herz SĂŒdafrikas und ist von sanften HĂŒgeln, Grasland und den AkazienbĂ€umen gezeichnet. Auch hier findet man typische afrikanische Tiere, wie Zebras, Gnus oder Antilopen. Je sĂŒdlicher man auf der Hochebene ist, desto trockener wird die Landschaft. Nur dort, wo die Bereiche von BĂ€chen und FlĂŒssen durchzogen werden, ist das Land fruchtbar. In diesem Gebiet gibt es große Farmen, wo unter anderem Wein, Obst und andere FeldfrĂŒchte angebaut werden.

Die Tafelberge reichen bis an die KĂŒste. Am eindrĂŒcklichsten ist dies in der Region um Kapstadt an der AtlantikkĂŒste zu sehen. Hier ist das Klima mediterran. Das liegt vor allem am Benguelastrom. Das ist eine Meeresströmung im Atlantik, die dafĂŒr sorgt, dass es in den Wintermonaten, was hier auf der SĂŒdhalbkugel die Monate Juni bis September sind, kĂŒhler und regenreicher ist. An der OstkĂŒste sorgt der Agulhasstrom im Indischen Ozean fĂŒr warme Temperaturen und ebenfalls viel Niederschlag.

Ganz im SĂŒden, auf der Kaphalbinsel, gibt es sogar Pinguine: Brillenpinguine. 

Wirtschaft, kulturelle Vielfalt und Alltag der Menschen

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PD
Sprachen in SĂŒdafrika
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HĂŒtten der Xhosa
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Felszeichnungen
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PD
SchĂŒler in Mitchells Plain
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Hafen von Durban

Elf Amtssprachen fĂŒr circa 49 Mio. Menschen. Das macht SĂŒdafrika besonders. So vielfĂ€ltig wie die Sprachen im Land sind auch deren Bewohner. Neben der grĂ¶ĂŸten Gruppe, den Schwarzafrikanern, gibt es hier auch Weiße, Asiaten und sogenannte „Coloureds“, Menschen mit einer gemischten Abstammung. Man kann deshalb auch nicht so wirklich von einer sĂŒdafrikanischen Kultur sprechen, denn die Kultur des Landes ist von ganz unterschiedlichen Traditionen und Gepflogenheiten geprĂ€gt.

Wie in Uganda lebten hier frĂŒher auch verschiedene Bantuvölker. Ihre heutigen Nachfahren sind z. B. die Xhosa, Ndebele und Zulu.
Die Xhosa sind auch heute noch eines der grĂ¶ĂŸten Völker SĂŒdafrikas. 

Auf dem Land ist ihr Leben noch traditionell geprĂ€gt. Sie leben in kleinen Gemeinschaften in oft runden HĂ€usern, die auch meist aus Lehm bestehen. Die Rollenverteilung ist ebenfalls traditionell: Die MĂ€nner kĂŒmmern sich um das Einkommen, zĂŒchten und hĂŒten Tiere wie z. B. Rinder oder arbeiten als Wanderarbeiter. Die Frauen legen Felder und GemĂŒsegĂ€rten an, die vor allem zur Selbstversorgung dienen. Sie kĂŒmmern sich auch um die Kinder und organisieren den Dorfalltag. 

In der Stadt hat sich ihr Lebensstil jedoch gewandelt und sie haben sich an westliche Standards angepasst. Das heißt, sie leben eher als Kleinfamilie zusammen und oft ist nicht nur der Mann in einer Familie berufstĂ€tig, sondern auch die Frau.

Kreative Bereiche spiegeln die große Vielfalt der sĂŒdafrikanischen Bevölkerung wohl am besten. Man findet z. B. in der Kunst neben uralten afrikanischen Felsmalereien auch modernere Werke mit britischem, deutschem, hollĂ€ndischem und sogar indischem Einfluss. Auch in der Musik vermischen sich Stile traditioneller und populĂ€rer Musik. Heraus kommt ein Mix aus traditionellen KlĂ€ngen, Jazz, Klassik, Pop, Soul und Reggae. Aber auch Gospel, Hip Hop und Township-Musik sind zu finden.

Im Gegensatz zu den beiden anderen afrikanischen LĂ€ndern ist SĂŒdafrika ein reiches Land und damit die grĂ¶ĂŸte Wirtschafts- und Finanzmacht des afrikanischen Kontinents. Im Export ist SĂŒdafrika auf dem weltweit dritten Platz von landwirtschaftlichen Produkten. Höchstwahrscheinlich hast du schon ein StĂŒck Obst aus SĂŒdafrika gegessen. Dank des gĂŒnstigen Klimas kann man hier fast das ganze Jahr FrĂŒchte wie Mangos, Äpfel oder Pfirsiche anbauen.

Auch was Bildung angeht, ist SĂŒdafrika gut aufgestellt. Zwar war frĂŒher gute Schulbildung nur fĂŒr „weiße“ Menschen zugĂ€nglich, aber heute folgt das Schulsystem dem britischen Vorbild. Da eine allgemeine Schulpflicht ab 7 Jahren bis einschließlich zur 9. Jahrgangsstufe herrscht, können fast alle Erwachsenen im Land lesen und schreiben. Außerdem gibt es hier viele Hochschulen und UniversitĂ€ten, die einen hohen Bildungsstandard gewĂ€hrleisten.

Geschichtliche HintergrĂŒnde und aktueller Stand

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https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5d/Boer_Family_with_a_wagon_-_false_colour_image.jpg/800px-Boer_Family_with_a_wagon_-_false_colour_image.jpg?20190418035522

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Buren
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https://de.wikipedia.org/wiki/Apartheid#/media/Datei:Apartheid-signs-trainstation.jpg

PDBYSA
Apartheid
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https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/12/ApartheidSignEnglishAfrikaans.jpg

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Apartheid-Schild
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https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/92/Aliwal_North_-_Dukatole_-_03.05_-_Street_scene.jpg

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Township
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https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/85/Nelson_Mandela.jpg

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Nelson Mandela

Auch die sĂŒdafrikanische Geschichte ist sehr bewegt. Schon ab dem 15. Jahrhundert besiedelten EuropĂ€er das Land. Leider begann damit auch eine konfliktreiche Zeit. Doch schon lange davor kam es zu Vertreibung. Im ersten Jahrtausend vor Christus kamen Bevölkerungsgruppen, namentlich die Bantu, aus im Norden angrenzenden LĂ€ndern und machten den indigenen Völkern das Leben schwer. Die niederlĂ€ndischen Siedler, die Buren, vertrieben diese wieder. Dazu kamen dann im 19. Jahrhundert die Briten, die den Buren den Krieg ansagten. Die Buren zogen sich daraufhin in den Norden zurĂŒck und trafen dort auf die Zulu und Xhosa, Bantuvölker, die damit natĂŒrlich ein Problem hatten. Auch sie kĂ€mpften um die Herrschaft des Landes. Das fĂŒhrte sogar so weit, dass die Buren zu Sklaven wurden. Aber auch untereinander waren die ehemaligen Bantuvölker zerstritten. Dennoch schlossen sie sich unter Shaka Zulu zu einer Streitmacht zusammen, die fĂŒr die Briten zur Bedrohung wurde. Letztendlich mussten sie sich trotzdem geschlagen geben, was dazu fĂŒhrte, dass die britische Armee die Oberhand ĂŒber ganz SĂŒdafrika gewann und 1881 zur Kolonie erklĂ€rte. Sie beuteten das Land nicht nur aus und bereicherten sich an den Gold- und Diamantenminen im Land, sondern fĂŒhrten auch die Rassentrennung ein. Dies fĂŒhrte dazu, dass die schwarze Bevölkerung von da an als Menschen zweiter Klasse abgestempelt wurde. 

Gerade einmal 4 Millionen Weiße herrschten in diesem System ĂŒber 41 Millionen Schwarze. Die schwarze Bevölkerung durfte nur noch niedrige Arbeit annehmen und wurden in Siedlungsgebiete verwiesen, die öde und wenig fruchtbar waren. Die fruchtbaren Gebiete hingegen wurden von den Weißen bewirtschaftet. Die Spitze des Eisbergs bildeten die 1948 eingefĂŒhrten Apartheid-Gesetze, die alle Bereiche des alltĂ€glichen Lebens in Weiß und „anders farbige Menschen“ trennte. Der Begriff „Apartheid“ ist aus dem Afrikaans, einer Sprache, die sich aus dem NiederlĂ€ndischen entwickelt hat, und bedeutet so viel wie „Absonderung“ oder „Trennung“. Diese Trennung gab es in vielen Bereichen, zum Beispiel gab es getrennte EingĂ€nge zu Bahnstationen, getrennte Strandbereiche oder getrennte öffentliche Toiletten, wobei die Bereiche fĂŒr Weiße immer deutlich höhere Standards hatten. Sogar in der Bildung wurden die Menschen getrennt. Nur Weißen war es erlaubt, öffentliche Schulen und UniversitĂ€ten zu besuchen. FĂŒr alle anderen gab es, wenn ĂŒberhaupt, nur grundlegende Bildungseinrichtungen.

1961 wurde SĂŒdafrika zwar zu einem unabhĂ€ngigen Staat, doch es dauerte bis 1994, dass endlich demokratische Wahlen stattfanden. Nelson Mandela, ein FreiheitskĂ€mpfer, wurde damals zum ersten schwarzen PrĂ€sidenten gewĂ€hlt. Unter ihm wurde eine neue Verfassung geschrieben, die endlich die Gleichheit aller BĂŒrger gesetzlich vorschrieb und die Trennung aufgrund von Hautfarbe auflöste. Das ist noch gar nicht so lange her. Auch heute sind die Auswirkungen noch deutlich zu spĂŒren. Viele SĂŒdafrikaner sind immer noch arm oder arbeitslos und leben in schwierigen VerhĂ€ltnissen. Gerade in großen StĂ€dten ist das zu sehen. In sogenannten Townships, wie die Slums im SĂŒden Afrikas heißen, herrscht große Armut. Diese Viertel lagen frĂŒher außerhalb der StĂ€dte, sind aber heute, aufgrund deren Wachstums, an StĂ€dte angegliedert. Vor allem weiße Menschen leben hingegen in Reichtum. Sie haben große Villen oder große Farmen in den besten Regionen, vor allem an der KĂŒste. Das Einkommen schwarzer SĂŒdafrikaner liegt immer noch fast zwölfmal unter dem eines weißen SĂŒdafrikaners.

Wenn du mehr zur Geschichte der Apartheid und Nelson Mandelas Wirken wissen möchtest, dann schau doch mal hier vorbei: https://www.zdf.de/kinder/logo/apartheid-100.html

Wie du siehst, ist SĂŒdafrika zwar auf einem guten Weg, aber um eine tatsĂ€chliche Gleichstellung aller SĂŒdafrikaner zu erreichen, gibt es noch einiges zu tun.

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Probleme und Herausforderungen

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Klicke in dem Bild auf die Pluszeichen, um weitere Informationen zu erhalten. 

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Aufgabe

In vielen LĂ€ndern um den Äquator, so auch in Uganda, werden Ölpalmen auf großen Plantagen angebaut. Auf dem Exportmarkt bietet Palmöl kurzfristig höhere Gewinne als die ErtrĂ€ge, die aus traditioneller Landwirtschaft beim Verkauf in der Region gewonnen werden. Um den dafĂŒr benötigten Platz zu erhalten, wird Regenwald abgeholzt. Die Pflanzen des Regenwaldes, genauer gesagt ihre Wurzeln, halten allerdings den Boden zusammen. Wenn es nun diesen Zusammenhalt nicht mehr gibt und es dann zu hohem Niederschlag kommt, wird der obere Boden weggespĂŒlt. Dadurch entstehen Schlammlawinen und Erdrutsche, die ganze Bergdörfer verschĂŒtten und zerstören können. 

Wie du siehst, ist es wichtig, die ZusammenhÀnge hinter einem Problem zu verstehen, damit geeignete Lösungen gefunden werden können.

Schaue dir die Probleme im Bild oben genau an und klicke dich, wenn nötig, noch einmal durch die einzelnen Situationen. Schaue dir dann die folgenden Bausteine genau an.

Versuche als NĂ€chstes, die AbsĂ€tze in die richtige Reihenfolge zu bringen. Ordnest du sie richtig an, ergibt sich ein WirkungsgefĂŒge, mit dem du darstellst, welche Ursachen die Probleme haben und welche Folgen sie nach sich ziehen. Beginne mit dem Bevölkerungsanstieg. 

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Menschen gehen ganz unterschiedlich mit den Herausforderungen in ihrem Lebensumfeld um. Als Beispiel kannst du dir die Lebensgeschichten unserer drei Personen genauer anschauen.

Erstelle fĂŒr eine der drei Personen ein WirkungsgefĂŒge wie im letzten Element. Überlege dir dazu die Antworten zu folgenden Fragen und setze sie in einen sinnvollen Zusammenhang:

  • Was ist die Ausgangssituation?
  • Was ist das Problem/die Herausforderung?
  • Welche Schritte geht die Person, um das Problem zu lösen/die Herausforderung zu ĂŒberwinden?
  • Gibt es eine Lösung?
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Teddy Teclebrhan Charlize Theron Aketch Joy Winnie

WĂ€hrend des 30-jĂ€hrigen UnabhĂ€ngigkeitskrieges zwischen Eritrea und Äthiopien entschloss sich seine Mutter zu fliehen. Teclebrhan und seine Familie sind mit ihrer Geschichte nicht alleine. Heute sind es circa 30.000 eritreische FlĂŒchtlinge, die in Deutschland Sicherheit und Zukunft gesucht und gefunden haben. Gleichzeitig treffen Menschen wie Teclebrhan in Deutschland auch oft auf Ablehnung. Nicht zuletzt wegen ihrer Hautfarbe erfahren sie Diskriminierung und Rassismus. Teclebrhan kĂ€mpft dagegen mit Humor. In der Rolle verschiedener Figuren spielt er ganz bewusst mit den Klischees und der Stereotypisierung von Migranten. Gleichzeitig zeigt er in all seinen Rollen, dass es immer etwas in der anderen Person gibt, mit dem man sich identifizieren kann, wenn man sich traut, hinzuschauen.

Schaue dir folgendes Video an, in dem ein Junge von seinen Erfahrungen berichtet. 

Hamid aus Eritrea
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Video: Hamid aus Eritrea

Charlize Theron wuchs wĂ€hrend der Zeit von Apartheid in SĂŒdafrika auf. Als Weiße ging es ihrer Familie in dieser Zeit zwar gut, doch auch damals erkannte Theron schon, dass die weißen Politiker das Zweiklassendenken durch Propaganda und falsche Informationen verstĂ€rkten und so Angst und Hass gegen das Fremde schĂŒrten. Diese Erkenntnis schĂ€rfte ihr Bewusstsein fĂŒr Gleichberechtigung und Menschenrechte. Als sie in den 1990ern SĂŒdafrika verließ, um eine Modelkarriere in Europa und den USA zu verfolgen, wurde sie oft unter Generalverdacht gestellt. Die Meinung der Welt war, dass alle weißen Personen aus SĂŒdafrika Rassisten sind. Theron spĂŒrte am eigenen Leib, dass man oft nur als Teil eines Systems wahrgenommen wird, in dem man eine bestimmte Rolle erfĂŒllt.

Auch wenn sie nun in den USA lebt, fĂŒhlt sich Charlize Theron noch tief mit SĂŒdafrika verbunden. Durch ihren Erfolg sieht sie eine Möglichkeit, wie sie den Menschen in ihrer Heimat helfen kann. Durch die noch immer vorherrschende Ungleichheit haben viele Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Bildung und gesundheitlichen Einrichtungen. Außerdem denken viele Menschen noch in denselben Mustern, die von Rassismus und Trennung geprĂ€gt sind. Theron rief deshalb 2007 eine Hilfsorganisation „Charlize Theron Africa Outreach Project“ ins Leben, um vor allem jungen Menschen in SĂŒdafrika zu helfen und eine neue Perspektive zu geben. Dabei arbeitet die Organisation mit Partnern direkt vor Ort zusammen, damit die Hilfe auch wirklich bei denen ankommt, die sie benötigen. Dazu gehören zum Beispiel mobile Kliniken, die medizinische Versorgung dorthin bringen, wo sie dringend benötigt werden. Außerdem wurden als Teil des Hilfsprojekts z. B. in lĂ€ndlichen Regionen Fußballfelder gebaut, um Jugendliche von der Straße zu holen. Große Vereine wie Chelsea London verpflichteten sich sogar, AusrĂŒstung und auch Fußballcoaches nach SĂŒdafrika zu senden.

Therons Anspruch ist es aber auch, das Denken der Menschen zu verÀndern und ihre Bilder im Kopf neu zu zeichnen.

Wenn du mehr wissen willst, dann schau doch mal hier vorbei: https://www.charlizeafricaoutreach.org/ (Website in englischer Sprache)

Noch immer verbringt Aketch Joy Winnie mindestens die HĂ€lfte des Jahres in ihrem Heimatdorf in Uganda. Sie genießt die Einfachheit vieler Dinge hier und möchte mithilfe von Social Media den Menschen zeigen, dass das eine Leben nicht besser ist als das andere. Dazu rĂ€umt sie auch mit Vorurteilen auf, die Menschen ĂŒber das Leben in Afrika haben. Sie tut das auf eine humorvolle Art und Weise, mit der sie den Menschen zeigt, dass vieles zwar anders scheint, aber im Grunde vieles auch gleich ist. Auch wenn in der westlichen Welt (wozu auch Deutschland gehört) oft der Eindruck vermittelt wird, dass das Leben aller an die westlichen Standards angepasst werden muss, um als „entwickelt“ und „fortschrittlich“ zu gelten. Durch Videos gibt sie Einblicke in traditionelle Lebensweisen, die ein zufriedenes Leben in Gemeinschaft stĂ€rken und die mehr im Einklang mit der Natur und den verfĂŒgbaren Ressourcen stehen, als blind zu konsumieren, ohne RĂŒcksicht darauf zu nehmen, was die Konsequenzen dessen sind.

Wenn du genau hinschaust, dann kannst du diese Einstellung auf viele Bereiche beziehen, die mit Ressourcenverbrauch und einer nachhaltigen Ressourcennutzung zu tun haben.

Teddy Teclebrhan Charlize Theron Aketch Joy Winnie
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Aufgabe

Suche dir eins der drei LÀnder aus. Stell dir vor, du lebst dort in einer Kleinstadt und besuchst die örtliche Schule. Beschreibe aus der Ich-Perspektive deinen Alltag.

  • Wie stellst du dir diesen vor? 
  • Was beeinflusst dein Leben? 
  • Wie unterscheidet sich dein Leben dort von dem Leben in Deutschland?
  • Was ist gleich oder Àhnlich?
  • Welche Herausforderungen gibt es und wie gehst du damit um?

Brauchst du Ideen, ĂŒber welche Aspekte du dir Gedanken machen kannst? Hier findest du ein paar!

Besprecht eure Ideen im Anschluss mit eurer Lehrkraft.

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Nachdem du nun einen tieferen Einblick in wichtige Faktoren ĂŒber das Leben in Eritrea, Uganda und SĂŒdafrika hast, erfĂ€hrst du in Kapitel 3 mehr ĂŒber Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum Leben in Deutschland.