1. Was bedeutet Migration?

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Wandern ist nicht gleich Wandern. Menschen bewegen sich aus unterschiedlichen Gründen für unterschiedliche Zeiträume an unterschiedliche Orte. Nicht jede dieser Wanderungen nennen wir Migration. Was ist dann eigentlich Migration? Was macht sie besonders und abgrenzbar vom Reisen oder Besuchen? Und wie kann man Migration so untersuchen, dass man versteht, warum Menschen zu Migranten werden? Diese Fragen werden wir in diesem Teilmodul beantworten.

Wandern = Migration?

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Der Begriff Migration leitet sich vom lateinischen Wort migrare ab, das wandern, aus- oder wegziehen bedeutet. Wir benutzen ihn heute ständig und irgendwie haben wir alle das Gefühl, dasselbe zu meinen, wenn wir Migration sagen.

Aber nicht jeder Mensch, der sich an einem anderen Ort aufhält als dem, an dem er geboren und aufgewachsen ist, ist ein Migrant. Menschen gehen

  • aus unterschiedlichen Gründen,
  • unter sehr unterschiedlichen Bedingungen und
  • mit unterschiedlichen Zielen

an einen anderen Ort. Ob wir eine bestimmte Form dieser Bewegungen als Migration bezeichnen, hängt von all diesen Gründen, Bedingungen und Zielen ab.

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Definition

Die Definition von Migration des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge

Unter Migration versteht man, dass Menschen den Ort, an dem sie leben, dauerhaft ändern. Manchmal sagt man auch, sie ändern ihren Lebensmittelpunkt. Von internationaler Migration spricht man, wenn die Verlegung des Wohnortes über Ländergrenzen hinweg geschieht.

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The tourist invasion - Die Touristen Invasion
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Urheber: RevolTee

https://www.flickr.com/photos/revoltee/9102702869/

Cc2BYNCSA

Das Foto zeigt Touristen am Strand von Lloret de Mar, Spanien.

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Aufgabe

  1. 1Lies dir die obige Definition von Migration durch und sieh dir danach die 'Galerie: Migranten?' an. 
  2. 2Entscheide bei jedem Bild, ob es sich um Migranten nach der Definition des Bundesamtes handelt. Begründe deine Entscheidung.

1.1 Warum gehen Menschen eigentlich woanders hin?

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Migration ist anstrengend. Menschen verlassen geliebte Menschen. Sie nehmen Gefahren und Kosten der Reise auf sich, müssen sich an einem fremden Ort unter fremden Menschen neu einrichten. Um sich für das Auswandern zu entscheiden, braucht ein Mensch also gute Gründe. Diese Gründe lassen sich in Push- und Pull-Faktoren einteilen. Push-Faktoren (engl. to push = schieben/drücken) sind Gründe, die Menschen von ihrem Herkunftsort wegtreiben. Das sind also zum Beispiel schlechte Lebensumstände wie Arbeitslosigkeit, Verfolgung oder Krieg. Pull-Faktoren (engl. to pull = ziehen) sind Gründe, die Menschen zum Ziel ihrer Wanderung hinziehen. Das müssen also Verbesserungen oder die Hoffnung auf Verbesserungen im Leben der Migranten sein.

Mit diesen Faktoren kann man gut erklären, warum in bestimmten Situationen Migration entsteht – wenn Push- und Pull-Faktoren stark genug sind – und in anderen Situationen nicht.

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Darstellung

Niemand flieht freiwillig

Hinweis: Dieser Text stammt vom UNHCR – der Flüchtlingshilfsorganisation der Vereinten Nationen. Er befasst sich mit einem bestimmten Fall von Migranten, den Flüchtlingen.

Niemand flieht freiwillig

Völkerrechtlich ist nur derjenige ein Flüchtling, der sein Land aus „Furcht vor Verfolgung wegen seiner Rasse, seiner Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung“ verlässt. (Art. 1 der Flüchtlingskonvention)

Gründe für eine Flucht können jedoch sehr unterschiedlich sein. Meist sind es Krieg und Gewalt, die Menschen dazu zwingen, ihre Heimat zu verlassen. Immer dabei ist die Angst um das eigene Leben, um das Leben und das Wohlergehen der Kinder, der Familie oder von Freunden.

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Wandern = Migration?1.1 Warum gehen Menschen eigentlich woanders hin?